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Juni 2011, Ausgabe 14

Man nehme geografische Ortsangaben, vermische sie mit Zusatzinfos und kreiere eine neue Internet-Anwendung: Was so einfach klingt, hat innovativen Diensten wie Google Earth, Bing Maps oder Foursquare zum Durchbruch verholfen. Wir zeigen Ihnen, welchen Nutzen ortsbezogene Angebote und die Virtualisierung des öffentlichen Raumes im Alltag tatsächlich haben.
Ein noch eher junger, aber rasant wachsender lokaler Dienst ist beispielsweise Foursquare. Der Internet-Geoservice hat bereits mehr als 8 Mio. Nutzer und täglich kommen rund 35.000 dazu. Grund für den Boom: Man kann Freunden und Bekannten zeigen, wo man sich gerade befindet, und sich – falls gewünscht – spontan treffen.
Wer etwa auf einem Einkaufstrip im Shoppingcenter ist und dort auch „eincheckt“ (so nennt sich die Bekanntgabe des Aufenthaltsorts), bekommt möglicherweise angezeigt, dass ein alter Freund nur ein paar Meter weiter in einem Kaffeehaus sitzt. Außerdem sorgen spielerische Komponenten – bei vielen Anmeldungen an einem bestimmten Ort wird man dort zum "Bürgermeister" – für Abwechslung.
Gratis Jeans für „Check-in“
Restaurants und Geschäfte beginnen auch damit, Verbrauchern Rabatte zu geben, wenn sie bei ihnen per Mobiltelefon "einchecken". Die amerikanische Textilkette "Gap" bot sogar gratis Jeans an.
Experten warnen aber davor, seinen Aufenthaltsort ständig mitzuteilen. Eine Verknüpfung mit anderen Informationen in sozialen Netzwerken – wie der Wohnadresse und dem Familienstand – könnte potenziellen Einbrechern die Arbeit erleichtern.
Ein Klassiker unter den lokalen Diensten ist Google Earth. Hier finden sich Satelliten- und Luftbilder, die es ermöglichen, praktisch an jeden Ort der Welt zu reisen – natürlich nur virtuell. Außerdem lassen sich Zusatzinfos, beispielsweise Sehenswürdigkeiten, einblenden. Wer will, kann auch die Weltmeere oder sogar das All erkunden.
Ein weiteres spannendes, wenn auch umstrittenes Angebot des Internetriesen nennt sich Street View. Der Dienst ermöglicht, virtuell durch die Straßen zu schlendern und sich etwa mit dem nächsten Urlaubsziel vertraut zu machen. Dazu hat der Konzern 360-Grad-Panoramabilder aufgenommen, die vielen Datenschützern aber zu detailliert sind. Die heimische Datenschutzkommission hat Street View für Österreich zwar unter Auflagen grünes Licht gegeben, Google plant derzeit aber keine Veröffentlichung von Bildmaterial aus Österreich.
Vogelperspektive
Die Konkurrenzangebote aus dem Hause Microsoft nennen sich Bing Maps beziehungsweise Bing Streetside. Eine „Spezialität“ des Kartendienstes sind Schrägluftbilder aus der Vogelperspektive, die nette Einblicke erlauben. Außerdem gibt es für mehrere Städte auch 3D-Modelle. Mit Streetside hat sich Microsoft anscheinend bewusst Zeit gelassen, bis sich der größte Sturm der Kritik gegen Googles Streetview gelegt hat. Nun baut aber auch der Softwareriese das Angebot aus.
Welche Möglichkeiten Lokalisierung und die Einbindung von Zusatzinfos haben, zeigt auch der Trend zur sogenannten „Augmented Reality“. Hier hat sich in Österreich vor allem Wikitude einen Namen gemacht. Viel Spaß beim Ausprobieren!
TIPPS
Wer sich für „Check-in“-Dienste interessiert kann neben Foursquare auch auf Facebook Places, Google Latitude, Gowalla oder Friendticker zurückgreifen.
